Podotrochlose (Hufrolle)

Strahlbeinerkrankung (Podotrochlose/Hufrolle)


Bei der Strahlbeinerkrankung sind verschiedene Ursachen an der Auslösung des Problems mitbeteiligt:

Mechanische Probleme
Bei den meisten Patienten zeigen sich folgende Hufprobleme:

  • Untergeschobene Trachten
  • Lange Zehe
  • Flache Hufe
  • relativ zu kleine Hufe
  • nach hinten gebrochene Zehenachse
  • steile Fesseln
  • Zwanghufe


    Pony mit Hufrollenproblemen







     



    - lange Zehe
    - untergeschobene Trachten
    - Zwanghuf

    Mitverantwortlich für die Entstehung des Hufrollensyndroms ist die Form und Qualität des Hufes insbesondere im Bereiche der Ballen und Trachten. Eine dauerhafte Fehlbelastung des Hufes führt dabei zu einer Schädigung desselben. Der Huf als "Stoßdämpfer" geht kaputt und der Schaden äußert sich normalerweise im äußerlich sichtbaren Trachtenzwang und der Atrophie (Verkümmerung) des Strahls.

    Die chronische Ueberbelastung des Trachtenendes führt  zu einer übermässigen Zugbelastung auf die Band- und Sehnenansätze sowie zu einer dauerhaften erhöhten Belastung der tiefen Beugesehne auf das Strahlbein. Durchblutungsstörungen im Hufbereich führen ferner zu einer Minderversorgung mit Blut - oder zu lokalen Blutdruckproblemen - im Strahlbein. Aufgrund der vorliegenden Defizite verändert sich das Strahlbein und zeigt im Endstadium an seinen Gleitflächen und im Innern des Knochens Auflösungserscheinungen oder Verhärtungen. Die  schmerzfreie Funktion im Hufrollengebiet ist in diesem Zustand somit nicht mehr gegeben (Jeder, welcher eine Sehnenscheidenentzündung erlebt hat, kann ein Lied davon singen und erahnen wie sich eine Podotrochlose anfühlt).

    Erblichbedingte Probleme
    Die Erblichkeit der Podotrochlose wird gemäss heutigem Wissensstand - aufgrund von Statistiken - angenommen. Das heisst  Strahlbeinprobleme können von den Elterntiere an die Nachkommen weitergegeben werden. Es liegt somit auf der Hand, dass bei den Züchtern und den Zuchtgenossenschaften eine grosse Verantwortung inbezug auf eine entsprechende Zuchtselektion liegt. Ebenso ist die genetische Veranlagung der in der Zucht stehenden Tiere laufend zu überprüfen, und Tiere, welche Podotrochlose weitergeben unbedingt aus der Zucht zu nehmen.

    Rasse- und Altersbedingte Probleme
    Interessant ist die Tatsache, dass die Strahlbeinlahmheit gemäss Statistik im Alter von 7-11 Jahren gehäuft auftritt. Auch sind bei den verschiedenen Rassen markante Unterschiede festzustellen. Warmblüter, Freiberger und Quarter-Horses sind eindeutig häufiger betroffen als zum Beispiel Araberpferde, Vollblüter oder Ponies.
    Neueste Untersuchungen haben ferner gezeigt, dass ca. 50% der akuten Strahlbeinerkrankungen ausheilen können. Dies spricht doch für die relativ gute Selbstheilungstendenz der Pferde, sofern die Eisen entfernt und eine sofortige Korrektur durch einen erfahrenen (!) Hufschmied oder Hufpfleger vorgenommen wird. Eine zentrale Rolle wird der Form und Qualität der Hufe, besonders im Trachten- und Ballenbereich zukommen. Nur ein korrekter Huf - mit gut ausgebildetem Strahlkissen und funktioneller Sohle - kann als Stossdämpfer seiner Aufgabe nachkommen, schädliche Vibrationen eliminieren und somit die Gliedmasse effektiv schützen.


    Die erwähnte, gute Selbstheilungstendenz, eine sorgfältige Hufbearbeitung sowie die medikamentöse Unterstützung des Pferdes sollten also jeden Pferdebesitzer dazu veranlassen und ermutigen, seinem Pferd eine Wartefrist von mindestens 6-12 Monate einzuräumen. Dies um eventuelle Fehldiagnosen vollständig ausräumen zu können.

    Wir möchten jedoch ausdrücklich festhalten, dass ein anhaltender Therapieerfolg resp. die Heilungschancen nur dann gegeben sind, wenn die Strukturen des Strahlbeinkomplexes nicht vollständig zerstört sind. Weiter fortgeschrittene Stadien können nicht mehr wirklich behandelt werden. Es kann dann nur noch angestrebt werden, das Pferd so schmerzfrei wie möglich zu halten.

     
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