Strahlwechsel beim Pferd

 

 

Immer wieder werden wir angefragt ob es denn normal sei, dass der Strahl bei einem Barhufpferd so „zerfleddert“ aussieht. Dies ist in der Tat ein absolut normaler Vorgang, jedoch ist im Internet oder auch in Fachzeitschriften nur sehr wenig darüber zu erfahren.

 

Lassen Sie uns die Problematik Strahlwechsel beim Pferd kurz durchgehen:

 

Es sollte Ziel einer jeden Hufbearbeitung sein, dass der Strahl beim Auffussen das Gewicht des Pferdes, zusammen mit den Hufwänden mitträgt,  das heisst der Strahl berührt in der letzten Phase des Auffussens den Boden und ist somit zudem ein wichtiger Bestandteil des Hufmechanismus.

 

Durch diese mechanische Belastung wird der Strahl – gerade bei langanhaltendem, trockenem Wetter sowie steinigen oder harten Böden erheblich beansprucht.  Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, für einen gesunden, genug dicken und funktionstüchtigen Strahl besorgt zu sein. Unsere langjährigen Erfahrungen haben gezeigt, dass bei regelmässiger Anwendung von Essig, der immer wieder anzutreffenden Strahlfäule Einhalt geboten werden kann. Zudem wird das Wachstum des Strahls durch diese Massnahme ganz erheblich gefördert. Dass der eigene Urin resp. Der darin enthaltene Ammoniak der grösste Feind eines Pferdestrahls ist, liegt auf der Hand. Für solch einen solch aggressiven Stoff ist er nicht geschaffen!

 

Folge durch den angesprochenen mechanischen Einfluss ist jedoch, dass sich immer wieder Teile des Strahls lösen. Diese Restteile können bedenkenlos – am besten mit einer Schere - vorsichtig abgeschnitten werden. Wir vermeiden damit, dass sich Bakterien unter den losen Strahlteilen einnisten oder sich sogar kleine Steine oder sonstige Gegenstände darin verklemmen, was im allerschlimmsten Falle zu einer Abszessbildung führen könnte.

 

Ganz besonders aktuell wird die Problematik des Loslösens von Strahlteilen im Frühling und im Herbst. Durch den bevorstehenden Fellwechsel ist der Stoffwechsel eines jeden Pferdes in der vorgenannten Zeitspanne erhöht. Viele Pferde nehmen während dieser Periode die Gelegenheit auch wahr, den Strahl zu wechseln. Dabei kann es vorkommen, dass sich der Strahl komplett ablöst.

 

Strahlwechsel1

Strahlwechsel2Strahlwechsel3

 

 

 

Dies sieht auf den ersten Blick schlimmer aus, als es in Wirklichkeit tatsächlich ist. Die Natur hat es so eingerichtet, dass der Strahl erst abfällt,  wenn sich darunter ein „Neuer“ – wenn auch erst „provisorischer“ - befindet. Geben sie während dieser „Umstellungsphase“ ihrem Pferd ein paar Tage Zeit, und schonen sie es vor dem Barhufgehen auf hartem, steinigem Untergrund.

 

Anders hingegen sieht es aus, wenn sich die ganze Sohle - zum Teil mit dem ganzen Strahl ablöst. Nachstehend einige Bilder dazu:

 

Ablösung der Hufsohle 1

Ablösung der Hufsohle 2

Ablösung der Hufsohle 3

 

Wie passiert so etwas?

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass sich dieses Pferd einen kräftigen Bluterguss am Bein zugezogen hatte - durch einen Schlag oder wie sonst auch immer.

 

Der Bluterguss (Hämatom) "sackt" danach an die unterste Stelle im Bein also in die Hufsohle ab. Das unter der Sohle angesammelte Blut löst in der Folge die ganze Sohle. 

In der Regel geschieht dies jedoch erst nach einiger Zeit das heisst, wenn sich unter der Sohle bereits eine neue Sohle gebildet hat.

 

In diesem Stadium geht das Pferd vorsichtig - jedoch beschwerdefrei. Die wirklichen Probleme hatte das Pferd unmittelbar nach der mechanischen Einwirkung auf sein Bein - es wird damals richtig lahm gelaufen sein.

 

 

 

 


 
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