Mauke beim Pferd

Die Mauke beim Pferd ist der medizinische Sammelbegriff für alle entzündlich-degenerativen Hauterkrankungen (Dermatitiden) in der Fesselbeuge der Pferde.
Als Ursache für die Mauke-Entstehung kommen mehrere Faktoren in Betracht. Eine wesentliche Rolle dürften Nässe und Schmutz spielen.
Die richtige Haltung ist das A und O der Maukeprophylaxe. Die zunehmende Tendenz zur Robusthaltung (Offenstall, Herdenhaltung in großen Paddocks) ist zwar auf jeden Fall artgerecht und allen anderen Haltungsformen vorzuziehen, birgt aber auch die Gefahr, dass Pferde an Mauke erkranken.


Mauke durch Matsch, Nässe und Antifrostschutz
Die Pferdebeine sollten in den Ausläufen und auf den Weiden nicht unbegrenzt Matsch und Nässe ausgesetzt sein, da diese - vornehmlich im Herbst und Winter - häufig noch mit Pferdeäpfeln und Pferdeurin durchsetzt sind. Antifrostschutzmittel in Hallenböden und Streusalz vor den Pferdeboxen kommen ebenfalls als Mauke-Auslöser in Betracht. Deshalb gehört die Maucke eher zu den typischen Herbst- und Winterproblemen. Die Boxen müssen an der Oberfläche trocken sein und täglich ausgemistet werden, um Reizungen an der Haut und an den Hufen vorzubeugen. Geschädigte Hautstellen sind hervorragende Eintrittspforten für Krankheitserreger aller Art ((Staphylokokken, Streptokokken, Dermatophilus, Fusobakterien, Pilze), die dann Hautentzündungen und schließlich Mauke verursachen


Ständiges Abspritzen der Pferdebeine begünstigt Mauke!
Der erste Gedanke beim Wort "Mauke" ist beim Pferdehalter häufig die gründliche Reinigung der Pferdefüße. Aber hierbei ist äußerste Sorgfalt geboten. Wer seinem Pferd täglich die Beine abspritzt oder wäscht, schadet genauso, wie jemand, der sein Pferd längere Zeit auf verdreckten Koppeln und Paddocks oder in schlecht ausgemisteten Boxen stehen lässt. Auch das gründliche Abtrocknen der Fesselbeuge nach der Nassreinigung wird häufig vergessen. Da viel Nässe die Maukeentstehung begünstigt, empfiehlt es sich, den Matsch an den Beinen antrocknen zu lassen und anschließend mit einer festen Bürste abzubürsten. Pferde mit langem, insbesondere ungepflegtem Kötenhaar (Friesen, Kaltblüter, Tinker) neigen vermehrt zu Mauke.
Auf die richtige Pflege und ein starkes Immunsystem kommt es an
Durch konsequente Pflege kann Mauke verhindert werden. Kötenzöpfe und Fesselbehang sollten nicht abgeschnitten werden, da die Haare dem mechanischen Schutz der Fesselbeuge dienen und sie die Feuchtigkeit an der Fessel vorbei leiten. Fetthaltige Salben haben in der Fesselbeuge nichts verloren, weil sich unter dem eingeschmierten Hautbezirk ein luftdichter Raum bildet, der als ideale Brutstätte für Mikroben gilt. Auch Tiere mit weißen Fesseln, empfindlicher Haut und geschwächtem Immunsystem neigen eher zu Mauke. Man muss sich immer klar machen, dass die Haut als Schutzschild gegen jegliche eindringende Irritation fungiert und dabei möglichst nicht aus dem Gleichgewicht gebracht oder in ihrer Funktion blockiert werden darf.


Mauke durch Wurmbefall und Leberprobleme
Fehlerhafte Fütterung, die ein Zuviel oder ein Zuwenig an Mineralstoffen enthält, oder der Befall mit Darmparasiten, die dem Pferd wichtige Mineralien entziehen, sind oft eine weitere Ursache der Erkrankung. Weil Störungen im Stoffwechsel der Pferde, ausgelöst durch einen Mineralstoff-Spurenelement- oder Vitaminmangel, bzw. eine Überversorgung auch die Hautfunktion ungünstig beeinflussen, muss jeder Tierhalter individuell für sein Pferd den Bedarf ermitteln lassen. Um Stoffwechselprobleme der Leber abzuklären, empfiehlt es sich, bei häufig wiederkehrenden Mauke-Erkrankungen, einige klinische Parameter (Gamma-GT, AST, GLDH, Bilirubin) kontrollieren zu lassen.
Zu viel getreidehaltiges Kraftfutter oder üppige Weiden bergen nicht nur die Gefahr der Hufrehe, sondern begünstigen durch den hohen Anteil an leicht verdaulichen Kohlenhydraten auch die Entstehung der so genannten "Futtermauke".


Wie erkennt man Mauke? Feuchte und trockene Mauke
Zu Beginn der Erkrankung liegt in der Regel eine geringe Rötung der Haut vor, die mit etwas Wärme, leichter Schwellung und Schmerzempfindlichkeit einhergeht. Kurz darauf kommt es zur Bildung von Knötchen und Bläschen, die eventuell aufbrechen, wodurch kleine Wunden entstehen. Durch Besiedelung dieser Wundflächen mit verschiedenen Bakterien wird ein eitriges oder faulig riechendes Sekret abgesondert. Wird die Mauke in diesem Stadium zu viel gewaschen oder mit antibiotischen Salben behandelt, kommt häufig eine Pilzinfektion hinzu. Bald besteht die ganze Fesselbeuge aus einer schmierigen, nässenden (feuchte Mauke) oder bröckeligen Oberfläche (trockene Mauke). Bei der nässenden Mauke trocknet das Sekret nach einiger Zeit aus und verkrustet. Diese Krustenbildung kündigt nicht, wie bei Wunden, die Heilung an, sondern verschlimmert den Krankheitsverlauf. Unter der Verkrustung treiben weiterhin viele Keime ihr Unwesen und entzünden die gereizte Haut. Dabei kommt es zu Lahmheiten bei den betroffenen Pferden, weil die Kruste in der Fesselbeuge schmerzt und die Tiere beim Laufen behindert. Die trockene oder seborrhoische Form der Mauke geht mit Schuppenbildung einher, ohne Sekretabsonderung.


Unbehandelte Mauke ist gefährlich!
Ohne sofortige Behandlung wird eine Mauke sehr schnell chronisch. Es entsteht die Warzenmauke mit blumenkohlartigen Wucherungen. Sind tiefere Gewebeschichten befallen und Lymph- und Blutgefäße geschädigt, können Phlegmonen (Einschüsse) auftreten. Die Folge sind Durchblutungsstörungen, die dauerhaft dicke Beine nach sich ziehen. Tritt im Verlauf der Erkrankung eine Saumbandentzündung auf, kann sich dies aufgrund schlechter Hornbildung auch in Veränderungen an den Hufen, in Form von parallel zum Kronsaum verlaufenden Hufrinnen, äußern.


Der Verlauf der Mauke
Das Krankheitsbild der Mauke wird in 5 Stadien eingeteilt:


1. Stadium = Dermatitis erythematosa.
Dabei sieht man eine leichte Hautrötung.


2. Stadium, die Dermatitis madidans,
zeigt eine leicht geschwollene Haut, die sich warm anfühlt.


3. Stadium, der Dermatitis crustosa,
ist die Hautoberfläche geschädigt und es tritt Wundsekret aus.


4. Stadium, Dermatitis squamosa,
sieht man eine aufgequollene Haut mit schmierigen Belägen sowie Krusten und Bläschen. Bei Berührung ist die Fessel sehr schmerzempfindlich.


5. Stadium, der Dermatitis verrucosa (auch Straubfuß genannt),
ist die Epidermis (Oberhaut) zerstört, wobei eine Schicht der Lederhaut (Corium) freiliegt. Es besteht eine umfangreiche Dickenvermehrung der Haut. Durch Infektion mit Fusobakterium necrophorum wird ein Gangrän, das man in diesem Fall als so genannte Brandmauke bezeichnet, ausgelöst.






Wir danken ganz herzlich Frau Renate Martin für Ihr Einverständnis zur Uebernahme des gesamten Textes über die Problematik der Mauke! Bitte beachten Sie den direkten Link auf unserer Link-Seite.




--- Wird fortgesetzt! ---



 
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